Der ATSV Stockelsdorf, bekannt für seine starke Bogenabteilung, richtete die erste Landesmeisterschaft (LM) im Para Bogenschießen (Veranstalter Rehabilitations- und Behinderten-Sportverband Schleswig-Holstein) aus.
Den Anstoß zu dieser Premiere gaben die Erfolge von zwei Para-Schützinnen bei der Deutschen Meisterschaft im März in Gera. Da die eigene Trainingsgruppe stetig wächst und auch in ganz Schleswig-Holstein immer mehr Para-Bogenschützen aktiv sind, wurde die Landesmeisterschaft nun ins Leben gerufen.
Zur Premiere traten die Schützinnen und Schützen in verschiedenen Bogenarten (Recurve, Compound und Blank) sowie unterschiedlichen Altersklassen an. Neben dem Gastgeber nahmen Aktive des SV Merkur Kleve, TSV Holm, und des ESV Insel Fehmarn teil.
Pünktlich um 10:00 Uhr begrüßte Björn Arthur Zuev (Jugendwart Bogen und Landesfachwart des Rehabilitations- und Behinderten-Sportverbandes Schleswig-Holstein) die aufgeregten Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Eröffnung.
Auch die Bürgermeisterin der Gemeinde Stockelsdorf, Julia Samtleben, ließ es sich nicht nehmen, bei dieser Premiere dabei zu sein. In ihrem Grußwort hieß sie alle herzlich auf der Sportanlage Herrengarten willkommen. Sie freue sich sehr über das große Engagement des ATSV Stockelsdorf im Bogensport. „Der Para-Bogensport ist ein zentraler Baustein für das Thema Inklusion im Sport“, betonte die Bürgermeisterin. Zudem hob sie hervor, wie wichtig der Rückhalt durch Familie und Freundeskreis sei, ohne diese Unterstützung wäre der Leistungssport oft gar nicht möglich. Für die Landesmeisterschaft drückte sie allen die Daumen für gute Ergebnisse und die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft.
Der Vorsitzende des ATSV Stockelsdorf und selbst aktiver Bogenschütze, Dieter Iden, freute sich ebenfalls riesig über das Event: Dass der Verein die allererste Landesmeisterschaft dieser Art ausrichten durfte, sei etwas ganz Besonderes. Ein großes Lob sprach er Björn Arthur Zuev aus, der sich mit vollem Einsatz um die gesamte Organisation gekümmert hatte.
Die zwölf Bogensportlerinnen und Bogensportler traten in verschiedenen Behinderungsklassen an:
Klasse AB: Alle Personen mit einem Grad der Behinderung (GdB) ab 20 %, die im Stehen schießen und nicht zwingend die speziellen paralympischen Kriterien für Rollstuhl- oder Schwerstbehindertenklassen erfüllen.
Klasse ARST: Schützinnen und Schützen mit Beeinträchtigungen der unteren Extremitäten, die im Stehen oder von einer Stehhilfe/einem Hocker aus schießen.
Klasse W2: Rollstuhlschützinnen und -schützen mit uneingeschränkter Funktion von Arm und Oberkörper, aber Beeinträchtigung der Beine (z. B. Querschnittlähmung).
Da die Trefferleistung bei den Gruppen ARST und W2 durch die uneingeschränkte Arm- und Oberkörperfunktion vergleichbar ist, starten sie auf Landes- und Breitensportebene in einer gemeinsamen Wertungsklasse.
Bei bestem Wetter gingen alle hochmotiviert an die Startlinie. Durchweg zeigten sich die Schützinnen und Schützen zufrieden mit ihren Leistungen, auch wenn nach dem einen oder anderen Fehlschuss kurz der Kopf geschüttelt wurde. Selbst Bogen-Urgestein Otto Möller (ATSV Stockelsdorf) blieb trotz einer „Muche“ (einem Pfeil neben der Scheibe) gut gelaunt. Er ging bestens vorbereitet in den Wettkampf: Otto Möller gehört nicht nur zu den Trainingsfleißigsten, sondern legt die rund 14 km Anreise zum Training fast immer mit dem Fahrrad zurück Also hat er Konditionstraining schon hinter sich, wenn er an die Startlinie tritt.
Nach dem Wettkampf zeigten sich alle Beteiligten begeistert von der gelungenen 1. LM Para-Bogensport und hoffen sehr auf eine Neuauflage im kommenden Jahr.
Ein Thema begleitete den Tag jedoch auch abseits der Scheiben: Im Deutschen Schützenbund (DSB) gibt es bislang keine eigenen, rein verbandseigenen Para-Bogensport-Wettbewerbe. Während Disziplinen wie Gewehr, Pistole, Flinte, Armbrust oder Blasrohr fest in der Sportordnung verankert sind, wird der Para-Bogensport organisatorisch über den Deutschen Behindertensportverband (DBS) geregelt.
Die Para-Bogenschützen würden sich sehr freuen, wenn der DSB den Para-Bogensport künftig fest in seine eigenen Strukturen und Satzungen aufnehmen würde.





















